Die Grundlage zu diesem Vergleich bilden die zwei Berichte aus den zwei vergangenen Jahren der Firma artworx. Diese Firma beschäftigt sich unter anderem damit, richtige Social-Media-Strategien für Unternehmen zu entwickeln. In den beiden Berichten wurden die 10 meistgenutzten Plattformen in Österreich beleuchtet. Ich habe mir vor allem die Entwicklung von Facebook, TikTok und LinkedIn genauer angesehen.
Generell entwickelt sich die Social-Media-Welt in Österreich rasant weiter. Die Zahl der Nutzer ist von 7,4 Millionen (2023) auf 7,7 Millionen (2024) gestiegen. Die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Tag ist ebenfalls gewachsen - von 73 auf 83 Minuten. Besonders TikTok, Snapchat und LinkedIn haben an Beliebtheit gewonnen, während Facebook nahezu stagniert und YouTube leicht zurückgeht.
Dieser Trend zeigt deutlich, dass Social Media nicht mehr nur ein Freizeitspaß ist, sondern ein zentraler Bestandteil unseres Alltags – sei es zur Unterhaltung, zum Lernen oder für berufliche Kontakte.
Facebook: Stabil, aber für Jüngere uninteressant
Mit einem Anstieg von 5,12 (2023) auf 5,15 (2024) Millionen Nutzern steht Facebook auf Platz 3 der sozialen Medien in Österreich. Auffällig ist, dass die Plattform kaum noch junge Nutzer anzieht. Nur 9 % der User sind unter 25 Jahre alt, und das zeigt, dass Facebook für die nächste Generation kaum noch eine Rolle spielt.
Ich persönlich finde, dass Facebook sich im Vergleich zu anderen Plattformen wenig weiterentwickelt hat. Während TikTok und Instagram mit neuen Funktionen glänzen, wirkt Facebook oft altmodisch. Es bleibt aber für Gruppen, Events und lokale Communities wichtig. Wer allerdings spannende Inhalte oder interaktive Formate sucht, wird hier oft enttäuscht.
TikTok: Der große Gewinner
TikTok ist von 1,75 auf 2,1 Millionen Nutzer gewachsen. Besonders junge Menschen lieben die Plattform, weil sie schnell konsumierbare, kreative Inhalte bietet.
Das Wachstum der Plattform-Nutzung lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Einer der Hauptgründe ist die zunehmende Personalisierung von Inhalten, die exakt auf die individuellen Vorlieben der Nutzer zugeschnitten sind. Zudem spielen Trends und Challenges eine entscheidende Rolle, die durch Influencer geprägt werden und sich rasant verbreiten. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Beliebtheit von Kurzvideos, die perfekt auf die heutige kurze Aufmerksamkeitsspanne abgestimmt sind und dadurch eine besonders hohe Reichweite erzielen.
Meiner Meinung nach ist TikTok zwar unglaublich unterhaltsam, aber auch problematisch. Die App ist ein echter "Zeitfresser" – man scrollt, und plötzlich sind 30 Minuten vorbei. Außerdem gibt es immer wieder Diskussionen über Datenschutz und algorithmische Manipulation. Ich denke, es wird spannend zu sehen, ob TikTok langfristig seinen Erfolg halten kann oder ob neue Regulierungen die Plattform einschränken.
LinkedIn: Karriere-Netzwerk wird immer wichtiger
Mit 2,3 Millionen Nutzern hat LinkedIn enorm zugelegt (2023: 1,85 Mio.). Die Plattform entwickelt sich immer stärker von einer reinen Jobbörse hin zu einem echten Social Network für Fachleute.
LinkedIn wird immer erfolgreicher, weil es eine zentrale Plattform für Networking und die Jobsuche darstellt. Zudem bietet es verstärkt Inhalte zu Karriere, Business und Weiterbildung, was besonders für Fachkräfte und Unternehmen attraktiv ist. Auch Arbeitgeber nutzen LinkedIn zunehmend, um gezielt nach Talenten zu suchen und ihre Unternehmensmarke zu stärken. Durch diese gezielte Ausrichtung gewinnt die Plattform immer mehr an Bedeutung im beruflichen Umfeld.
Ich finde LinkedIn mittlerweile richtig spannend, weil es zeigt, dass Social Media nicht nur aus Unterhaltung bestehen muss. Es ist eine Plattform, die wirklich Mehrwert bieten kann – sei es durch hilfreiche Karriere-Tipps oder direkte Kontakte zu Unternehmen. Allerdings hat LinkedIn auch Schwächen: Viele Beiträge wirken mittlerweile eher wie Eigenwerbung oder Marketing-Phrasen als echter Mehrwert.
Persönliches Fazit
Ich persönlich glaube, dass es in den nächsten Jahren zu einer stärkeren Spaltung kommen wird: Junge Leute nutzen Plattformen für schnelle Unterhaltung (TikTok, Instagram), während ältere oder beruflich orientierte Nutzer eher auf LinkedIn oder spezialisierte Netzwerke setzen. Social Media wird damit immer zielgerichteter – aber auch immer mehr zur Herausforderung, weil man sich bewusst entscheiden muss, wie man seine Zeit investiert.